Marien- und Georgskirche Neuneck

Die heutige Marien-und Georgs-Kirche ist aus der ehemaligen Burgkapelle der Herren von Neuneck hervorgegangen. Ein Deckenbalken trägt die Jahreszahl 1493. Der Taufstein im Schiff ist laut Inschrift 1524 gefertigt worden, im Jahr der Erhebung der Kapelle zur Pfarrkirche. Aus der Zeit vor der Erhebung hat sich vom Kirchenbau der geostete gotische Chor mit Dreiachtelabschluss und drei Maßwerkfenstern, Teile des Schiffes und der Turm (mit Ausnahme des obersten Geschoßes) erhalten. An der südlichen Innenwand der Kirche befinden sich vier Grabplatten der ehemaligen Ortsherren. Besonders schön und ausdrucksstark ist das Grabmal des Pfost von Neuneck, gestorben im Jahre 1475.

Im 19. Jahrhundert wurde dem größeren Platzbedarf durch Einbau einer hölzernen Empore an drei Seiten Rechnung getragen. Das reichlich verwendete Holz verleiht der Kirche eine gewisse Wärme und Gemütlichkeit. 1908/1909 wurde ein Anbau als Gemeindesaal erstellt und die Kirche renoviert. Die Orgel wurde 1909 in die Kirche eingebaut. Sie wurde von der bekannten Orgelfirma Weigle aus Echterdingen gefertigt. Die pneumatische Orgel ist zwei-manualig, besitzt 13 Register und 670 Pfeifen.

Das Wandbild wurde im Jahr 1908 von Herrn Gräfe aus Weil im Schönbuch gemalt. Der Künstler hat eine biblische Geschichte in die Schwarzwald-Landschaft versetzt. Mit Blick von der Höhe Richtung Wittendorf nach Osten, über das damalige Kirchspiel Neuneck, Unteriflingen und Böffingen.

Im Jahr 1966 bekam die Kirche drei neue Glocken. Glocke Nr. 1, die Betglocke trägt die Inschrift „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“. Die Glocke Nr. 2, die Kreuzglocke hat als Inschrift die Vater-Unser-Bitte: „Dein Reich komme“ und Glocke Nr. 3, die Vater-Unser-Bitte: „Dein Wille geschehe“.

Im Jahre 1971 standen wieder umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an. Das Kirchendach wurde neu gedeckt und die neue 7 Tonnen schwere Turmspitze mit einem Spezialkran aufgesetzt.

Auch 1992 wurden wieder Renovierungsarbeiten durchgeführt um für das Jubiläums-Jahr 1993 gerüstet zu sein. Mit verschiedenen Aktionen wurde 1993 das 500-jährige Bestehen der Marien- und Georgs-Kirche gefeiert. So gab es im Frühjahr einen Festgottesdienst mit dem damaligen Landesbischof Theo Sorg und im Herbst ein großes Straßenfest mit Kirchturmbesteigung.

 

In den Sommermonaten ist die Kirche regelmäßig geöffnet und lädt auch wochentags zur Stille und Einkehr ein.

 

                       Tut mir auf die schöne Pforte

                       führt in Gottes Haus mich ein,

                       ach wie wird an diesem Orte,

                       meine Seele fröhlich sein.

                       Hier ist Gottes Angesicht,

                       hier ist lauter Trost und Licht               (EG 166)

Glocken - Bedeutung und Läutezeiten

Im Jahr 1966 bekam die Neunecker Kirche drei Glocken. Eine Betglocke, eine Kreuzglocke und eine Taufglocke.

Die Bedeutung der Glocken und ihre Aufgaben.

Die größte der Glocken ist die Betglocke. Sie läutet bei Tagesanbruch und im Tagesablauf (morgens und abends), sowie im Gottesdienst beim „Vater unser“-Gebet. Beim Morgenläuten erinnert sie uns an Christi Auferstehung und lädt uns jeweils zum Morgen- und Abendgebet ein. Unsere Betglocke trägt die Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!

Die Kreuzglocke läutet zu den Stunden, die nach der biblischen Überlieferung mit dem Sterben Jesu am Kreuz verbunden sind. So soll das 11 Uhr läuten uns an den Einbruch der Finsternis zur Stunde der Kreuzigung erinnern. Das Läuten um 15.00 Uhr gilt dem Gedächtnis der Todesstunde Jesu.  Die Kreuzglocke hat als Inschrift die Vater-unser-Bitte: „Dein Reich komme“.

Die Taufglocke ist die kleinste der Glocken wird nur bei der Taufe allein geläutet. Mit ihrem Läuten begleitet sie den Taufakt im Gottesdienst und ruft damit die Zuhausegebliebenen Gemeindeglieder zur Fürbitte für den Täufling auf. Diese Glocke hat als Inschrift die Vater-unser-Bitte: „Dein Wille geschehe“.

Alle drei Glocken gemeinsam läuten am Samstag-Nachmittag den Sonntag ein und laden jeweils mit dem Zusammenläuten am Sonntag zum Gottesdienst ein.

Der wichtigste Dienst der Glocken ist bis heute das Einladen der Gemeinde zum regelmäßigen Gebet und zum Besuch des Gottesdienstes um Gottes Wort zu hören, wie uns auch die Inschrift von Glocke 1 sagt.

Jeder Glockenschlag mahnt uns an die Vergänglichkeit der Zeit. Aber dennoch dürfen wir wissen: „Meine Zeit steht in Gottes Händen“ (Ps. 31,16)